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Kritik: Queen und Paul Rodgers in Dortmund am 24.04.

geschrieben von Tom am Dienstag, 28 Februar 2006No Comment

Hallo zusammen,

gestern war ich in Dortmund in der Westfalenhalle und habe mir das Konzert von Queen mit Paul Rodgers angesehen.

Ich bin 40 (na ok, fast 41) Jahre alt und ein Queen-Fan der allerersten Stunde …

Ich war gestern auch in Dortmund und ich kann die allgemeine Euphorie nicht so richtig teilen.

Paul Rodgers war als Saenger ok, allerdings hat er auch nur die Lieder gesungen, die ihm massgeschneidert waren, Balladen, die Freddie immer total geil brachte, sparte er sich komplett aus, oder ueberliess sie Brian oder Roger, die beide auch keine begnadeten Saenger sind.

Sein Gehabe mit dem Mikrofonstaender ging mir spaetestens beim dritten Lied auf die Nerven und bewegen konnte er sich auch nicht. Jede Holzmarionette haette mehr Bewegungsvarianten als sich um die eigene Achse drehen und mit dem Finger ins Publikum zeigen drauf gehabt.

Nach den ersten drei, vier Stuecken, allesamt Hits, kam dann der Einbruch, ein neues Stueck fuer Nelson Mandela ( gegen Aids und Hunger in der Welt) dass Stueck von Roger Tayler performed mit den beiden Gitarristen an dieser Stelle war ein echter Stimmungseinbruch.

Brian Mays Love Of My Life sicherlich einer der Hoehepunkte des Konzertes, zeigte allerdings auch in frappierender Weise, welche Luecke Freddie hinterlassen hat …

Die mittlere Solo-Session von Roger und Brian war mir deutlich zu lang und ich denke insbesondere neue und juengere Fans, die hinter mir sassen, stoehnten nach ein paar Minuten gequaelt auf. Man hatte das Gefuehl, dass Brian sich endlich in den Mittelpunkt der Queen-Buehne stellen wollte, was ihm mit Freddie jahrelang nicht vergoennt war.

Bohemian Rhapsody mit Freddie auf der Leinwand war meines Erachtens eine peinliche Aktion … wem wollte man damit was beweisen? Dass es ganz ohne Freddie doch nicht geht? Dass man frueher mit Freddie den Mittelteil des Stueck wegen des aufwaendigen Bombastopernteils immer vom Band abgespielt hat war bekannt und akzeptiert, aber dass der neue Saenger den alten posthum ran lassen muss … peinlich.

Die letzte halbe Stunde war dann wieder ganz ok, und versoehnte, der Abschluss mit We will rock you und We Are The Champions natuerlich ein Muss.

Als Resumee moechte ich fuer mich festhalten: Wer Queen-Konzerte von damals erlebt hat, kann heute nicht begeistert gewesen sein.

Queen ohne Freddie ist eine solide Rockband mit einem Ausnahmegitarristen, mehr nicht. Paul Rodgers wird niemals von den Fans als neuer Frontmann akzeptiert werden.

Gruss, Rainer

… und jetzt pruegelt auf mich ein …

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